Kurzbeschreibung

Als die „Heiligenvogtei“ der Oberamtsgemeinden 1828 aufgelöst und ein Vermögensanteil der Gemeinde Heselwangen zugewiesen wurde, konnte der Bau eines Schulhauses und einer neuen Kirche betrieben werden. Die alte Kirche war für die rund 540 Seelen zählende Einwohnerschaft schon lange viel zu klein. Nach ihrem Abbruch entstand 1830 nach Plänen des Bauinspektors Carl Christian Nieffer aus Balingen die heutige Kirche im damals üblichen Stil des Klassizismus.

 

Im Geist der Aufklärung schuf Nieffer eine helle, schlichte Predigtkirche. Die Kanzel als wichtigstes Ausstattungsstück befand sich an der Stirnseite des rechteckigen Saalbaues über dem Altar, an drei Seiten von Emporen umgeben. Eine Renovierung 1956/57 mit Architekt Karl Schön/Dotternhausen trug dem gewandelten Verständnis von Gottesdienst und Kirchenraum Rechnung. An der Stirnseite lenkt seither eine Bogenöffnung den Blick in eine Apsis mit Altar und kleinem Buntglasfenster von Wolf-Dieter Kohler. Die Kanzel steht jetzt seitwärts an der Stelle einer Empore.

 

Aus dem Erbauungsjahr 1830 besitzt die Kirche einen Taufstein mit antiken Schmuckformen. Auch das Gehäuse der Orgel zeigt klassizistischen Stil. Das Orgelwerk mit einem Manual und Pedal lieferte 1831 Anton Braun aus Spaichingen. In den freistehenden Spieltisch baute Diethelm Berner/Stuttgart 1976 die Pfeifen für ein zweites Manual ein.

 

Zur Einweihung 1830 schenkte Bauinspektor Nieffer in die Kirche einen Grablegechristus  aus dem 17. Jahrhundert mit Schultergelenken und Pestbeulen. Die älteste der vier Glocken im Dachreiter goss 1706 der lothringische Wandergießer Johannes Rosier.

 

Adolf Klek

 

 

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Chorfenster